Aller Anfang ist schwer

Donnerstag, 19.06.2014

Nun ist es mal an der Zeit, dass ich euch meine Studenten vorstelle. Der erste Tag meiner Tätigkeit als Lehrer war sehr aufregend für mich… und das aus zwei Gründen. Ersten, es war das erste Mal, dass ich überhaupt an einer Uni Deutschunterricht gebe. Zweitens, der erste Unterricht begann etwas verspätet, da meine Studenten zum falschen Zimmer geschickt wurden. Ich dachte zuerst, dass ich im falschen Zimmer wäre, da das in vielen Situationen eher der Fall ist. Nachdem ich dann die zuständige Person dafür angerufen hatte und die Studenten zum richtigen geschickt wurdem, konnte der Unterricht dann beginnen.

Der erste Unterricht bestand hauptsächlich aus Vorstellen und Kennenlernen. Von manchen Studentn war ich erstaunt, wie klar ihre Aussprache war; von anderen wie erfolgreich sie sich von den Grundlagen der deutschen Sprache ferngehalten haben. Ich muss zu ihrer Verteidigung sagen, dass viele von meinen Studenten nicht undbedingt freiwillig im Deutschkurs sind. Manche sind nur an ihrem Studienfach interessiert, manche wurden von ihren Eltern dazu verdonnert und manche wurden nur für diese Uni und für dieses Studienfach zugelassen. Aus diesem Grund habe ich eine ganze Bandbreite von "Bock-Zuständen". Da gibt es dann die guten Studenten, die viel Bock haben Deutsch zu lernen und dann nahezu alle Zwischenstufen bis hin zu den Null-Bock Studenten, die natürlich schlecht sind. Manche Dinge sind eben auf der ganzen Welt gleich.

Alle meine Studenten haben als Hauptfach "Brauereiwesen und Getränketechnologie" und haben die Möglichkeit zwei Semester in Deutschland an der TU München zu studieren. Dies ist allerdings nur möglich, wenn sie die DaF Prüfung bestehen (Deutsch als Fremdsprache: DaF). Man kann sich nun für oder dagegen entscheiden, aber der Deutschunterricht ist für jeden Studenten dieses Studienfaches verplichtend. 

Ich verstehe nun wie frustrierend es für Lehrer ist, wenn man sich viel Mühe mit der Vorbereitung des Unterrichts gemacht hat man dann vor einer Klasse steht, von der nichteinmal alle anwesend sind und nur eine handvoll  wirklich mitmachen. Nichtsdestotroz macht mir der Unterricht viel Spaß und ich habe nun noch mehr Respekt vor dem Beruf des Lehrers. Die meiste Zeit sind meine Studenten jedoch gut bei der Sache und außerdem müssen sie auch mit meinen Fehlschlägen und Schwächen fertig werden. 

Zurzeit scheint es so, als wenn keiner meiner Studenten am Glauben interessiert ist, aber vielleicht ergibt sich noch eine Gelegenheit. 

 

 

 

 

Die liebe Technik und neue Freunde

Dienstag, 29.04.2014

Es tut mir wirklich leid, dass es ist jetzt schon einige Zeit her ist seit meinem letzten Eintrag, aber meine Computer war kaputt. Mitte März hatte ich es nämlich geschaft mit meinen äußerst geschickten Händen Flüssigkeit über meinen Laptop zu kippen. Ein chinesischer Freund half mir einen Reparaturdienst aufzusuchen, was zunächst minder erfolgreich war, da dieser mir empfohl einen neuen zu kaufen ohne genau zu wissen was kaputt war. Daraufhin war der nächste Tipp, mir eine bluetooth Tastatur zu kaufen, da anscheinend nur die Tastatur nicht zu funktionieren schien. Das habe ich dann zunächst gemacht und schien eine gute und günstige Lösung gewesen zu ein. Jedoch hielt das Glück nicht lange, da aufeinmal die Software anfing zu spinnen. Der zweite Versuch, einige Zeit später, verhalf mir dann zu einem repariertem Laptop. Dieses Mal ging ich zu einem offiziellen Appleladen und lies ihn dort für realtiv wenig Geld reparieren. Erkenntnisse dieses Ereignisses sind:

Appleprodukte sind nicht für Reparatur gemacht.

Was in einer chinesischen Stadt einfach ist, ist in einer anderen schwer.

Es gibt ein Leben nach dem Laptop.

Um euch auf den aktuellen Stand zu bringen, werde ich viel nachzuholen haben. Es ist viel passiert, aber fangen wir doch beim Anfang an.

Am Donnerstag, meiner zweiten Woche in Wuhan, habe ich zwei meiner amerikanischen Kollegen kennengelernt, welche an dieser Uni Englisch unterrichten. Sie kommen beide aus Arkansas, sind Christen und super nett. Wir sind am folgenden Tag dann zusammen Mittagessen gegangen und bei dieser Gelegenheit habe ich auch meinen Vormieter kennengelernt. Er ist Brite und hat einen ausgezeichneten Humor.

Am selben Tag wurde ich von den Amerikanern zu einer chinesischen Freundin von ihnen mitgenommen, welche uns zum Abendessen einlud. Sie ist eine alleinerziehende Mutter und eine wunderbare Köchen, ihr Sohn steht gerade vor seinem Schulabschluss und steht deswegen sehr unter Stress. Die Schulabschlussprüfung, in China Gaokao(高考)genannt, ist eine große Sache und mit viel gesellschaftlichen Druck behaftet. Das Abendessen bestand aus einigen lokalen Gerichten und einer selbst kreierten chinesischen Pizza. 

Am Samstag wurde wir von den zwei amerikanischen Freunden zum Abendessen in ihre Wohnung eingeladen, wo ich dann weitere Englischlehrer unserer Uni kennenlernte. Um zu der Wohnung zu gelangen mussten wir einen Bus nehmen, der zwischen dem neuen und alten Campus rangiert.  Zu essen gab es alles was das chinesische Herz begehrt.

Den darauffolgenden Sonntag konnte ich auch gleich eine kleine Hausgemeinde besuchen. Sie befindet sich in der Wohnung der Chinesin von der wir zum Abendessen eingeladen wurden. Zu meiner positiven Überraschung fand ich dort auch einige anderen Englischlehrer vor, von denen ich nicht konkret wusste, ob sie Christen sind oder nicht. 

Zusätzlich zu den beiden Mädels aus Arkansas habe ich dann noch einen aus Philadelphia, einen aus Detroit und nochmal zwei Mädels aus Arkansas kennengelernt.

Endlich angekommen!

Mittwoch, 12.02.2014

Nach einem 12 stündigen Flug bin ich nun endlich am Montag in Wuhan angekommen.

Dieses Mal musste ich in den Flughäfen Frankfuhrt und Hongkong (Transfer) ziemlich viel laufen, da die entsprechenden Terminals wahrscheinlich entschlossen hatten sich in das letzte Eck zu verdrücken. Das Gute dabei war, dass ich somit kaum Wartezeit hatte und  somit fast durchlaufen konnte. 

Flughafen Frankfurt

In Wuhan angekommen, wurde ich auch gleich von einer netten kleinen zierlichen Chinesin abgeholt, welches zugleich eine Verantwortliche für die ausländischen Lehrer ist. Sie brachte mich per Taxi zu meinem Apartment, wo gerade noch die Putzfrau zu Gange war *grinz*. Um die gute Frau nicht bei der Arbeit zu stören, schlug sie vor mir einen Teil des Campus, ein paar Einkaufsmöglichkeiten und Sonstiges zu zeigen. Zum Abschluss gingen wir dann noch Mittagessen und sie verhalf mir zu einer Sim-Karte. Ich war wirklich froh, dass sich so gut um mich gekümmert wurde. Halleluja!!

Haupteingang Unigebäube Meine Wohnung

Nachdem ich wieder in meiner Wohnung angekommen war und ich den Fehler machte mich meiner Jacke zu entledigen, merkte ich langsam die fehlende Heizung in der Wohnung. Meine Wohnung, welche ich für mich alleine habe, hat ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, Balkon, Wohnzimmer, Küche und ein Bad.  Zu dieser Zeit hatten wir -1 Grad und wenn eine Wohnung keine Heizung hat und dazu an den richtigen nicht ganz dicht ist, dann merkt man das. Ich hab das letzte Mal so gefroren, als ich mal im Herbst auf einem Pfadfinfdercamp war. Glücklicherweise war im Schlafzimmer eine Klimaanlage, die ich auch als Heizung benutzen konnte, so war wenigstens ein Raum einigermaßen warm. Ich packte noch ein paar Sachen aus, suchte mir eine Decke und verbrachte den restlichen Tag im warmen Bett. Außerdem hatte ich etwas Schlaf nachzuholen. 

So endete mein erster Tag in Wuhan.

Bald geht es los

Sonntag, 02.02.2014

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.